Hundeschulen wie wir sie heute kennen, kamen erst in den letzten 20 Jahren auf. Davor war der Hundesport und die -ausbildung hauptsächlich in Vereinen organisiert. Manche HundetrainerIn hat im Verein angefangen und sich später selbstständig gemacht. Kooperationen zwischen Hundeschulen und -vereinen sind nicht selten. Welche Vor- und Nachteile es gibt und auf was du dabei achten musst, das erfährst du in diesem Artikel.

Kooperationen zwischen Hundeschulen und Hundevereinen können vielfältig und nützlich sein.

Hundevereine verfügen meist über einen Übungsplatz und ein Vereinsheim, die sie unter bestimmten Umständen an Hundeschulen vermieten. Vereine haben dadurch zusätzliche Einnahmen und manchmal gewinnen sie darüber auch Mitglieder. Hundeschulen profitieren von den bestehenden Anlagen, da es nicht einfach ist, ein geeignetes Gelände zu finden und entsprechend einzurichten.
Vereine können auch Kunden von Hundeschulen sein. Denn sie engagieren zur Fortbildung ihrer eigenen TrainerInnen und Mitglieder ReferentInnen. Bist du als HundetrainerIn SpezialistIn auf einem bestimmten Gebiet, dann kannst du Vereinen Seminare oder Vorträge anbieten.
Meist sind diese Veranstaltungen gut besucht. Die Organisation und die Werbung übernimmt der Verein, was wiederum für dich als ReferentIn bequem ist.
Meist sind die Weiterbildungen für Vereinsmitglieder günstiger. Dass du dich preiswert weiterbilden kannst, ist ein Nutzen, wenn du als HundetrainerIn selbst Mitglied bist.

Nachteile in der Zusammenarbeit zwischen Hundeschulen und Hundevereinen

In der Zusammenarbeit von Hundeschulen und Hundevereinen gibt es auch Nachteile. Bei Vereinen handelt es sich um gemeinnützige Organisationen. Die günstigeren Preise kommen darüber zustande, dass sich Menschen ehrenamtlich, z. B. bei der Organisation von Veranstaltungen, einsetzen. Das ehrenamtliche Handeln dient der Gemeinschaft. Hundevereine haben ein Interesse, dass dieser Kreislauf von Geben und Nehmen erhalten bleibt. Sie leben davon, dass Menschen sich freiwillig und unentgeltlich einbringen.
Nimmst du als gewerblich arbeitende HundetrainerIn an Fortbildungen teil, dann fließt dein Benefit in dein Unternehmen und nicht in den des Vereins. Jetzt könntest du sagen, dass du als Ausgleich für den Verein Kurse anbietest. Auch da wird es schwierig, da du das als Mitglied ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung leistest. Diese ist nicht so hoch wie marktübliche Preise für Übungs- und Gruppenstunden in einer Hundeschule.
Wenn du dir erhoffst, über die Tätigkeit für den Verein KundInnen zu gewinnen. Dann müssten diese bereit sein, beim Wechsel in den regulären Hundeschulbetrieb mehr zu bezahlen und das sind nicht viele.
Manche Vereine koppeln an die Nutzung von Räumen und Plätzen auch eine Mitgliedschaft. In der Mitgliedschaft wiederum ist die Verpflichtung zu einem bestimmten Arbeitseinsatz für den Verein geregelt, den man stundenweise ableisten kann. Falls man dazu nicht bereit ist, gibt es manchmal auch die Alternative, einen höheren Mitgliedsbeitrag zu zahlen.

Auf was du bei der Zusammenarbeit achten musst

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Zusammenarbeit und es gibt sicher einige HundetrainerInnen, die über die Vereinstätigkeit überhaupt zu ihrem Beruf gekommen sind. In Vereinen kannst du Kontakte zu HundehalterInnen am Ort knüpfen. Platz- und Raumnutzung sind oft unproblematisch und durch Mietverträge zu regeln. Auch Vorträge oder zeitlich begrenzte Kurse können Vereine bei dir zu deinen Konditionen buchen. Schwieriger wird es, wenn du laufende Kurse oder Trainings über den Verein in derselben Region anbietest und sich deine KundInnen und Vereinsmitglieder mischen, dann kann es zu Preisdiskussionen kommen. Auch der zeitliche Aufwand für den mit der Mitgliedschaft verbundene Arbeitseinsatz ist nicht zu unterschätzen.

Hundeschulen und -vereine sind zwei verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Regeln. Wenn du mit Hundevereinen zusammenarbeiten möchtest, solltest du darauf achten, dass auch deine Interessen als UnternehmerIn gewahrt bleiben und sich dein Einsatz tatsächlich lohnt.

Welche Erfahrungen hast du in der Zusammenarbeit mit Hundervereinen gemacht? In den Kommentaren kannst du deine Tipps gerne ergänzen.