Bisher habe ich dir Denkanstöße zum Thema Persönlichkeitsentwicklung mit Hund gegeben und meine Haltung dazu vermittelt. Es ging auch um meine Meinung zu Hundetraining oder zur Beziehung zum Hund. Doch bei all den Hundethemen fehlte immer eine äußerst wichtige Sache – im Grunde die wichtigste Sache überhaupt. Ich habe bisher nicht darüber geschrieben, wie ich meine Probleme mit Hund selbst gelöst habe.

Eigentlich wären mein Hund und ich nämlich schon längst geschiedene Leute, wäre da nicht mein Durchhaltevermögen bzw. meine Leidensfähigkeit und meine große Liebe zu diesem Tier gewesen. Am Ende half mir kein Hundeprofi, kein Super-Tool und auch nicht die neueste Trainingsmethode. Die Lösung kam durch einen Zufall und auf einem Weg, den ich nie vermutet hättet.

Die Lösung für die Probleme mit Hund kam ohne Hundetraining

Auch wenn ich mich über die Problembearbeitung mit meinem Hund fast zur Hundetrainerin qualifiziert hatte, habe ich es nebenbei noch geschafft, mein Diplom in Sozialer Arbeit zu machen und eine Mediationsausbildung zu absolvieren. Als Berufscoach habe ich in meinem bisherigen Arbeitsleben über 1000 Coachings gegeben. Durch mein Studium, die beruflichen Weiterbildungen und meine Erfahrung als Coach war ich wirklich gut in meinem Job. Der Entschluss für eine Coachingsausbildung war daher nicht etwa, dass ich als Coach arbeiten wollte, das tat ich bereits sehr erfolgreich. Ich erhoffte mir auch keinen großen Wissenszugewinn und ich hatte auch nicht bewusst daran gedacht, dass man in der Ausbildung selbst gecoacht wird. Es war eine klare Entscheidung. Ich wollte das Zertifikat haben und eine fundierte Ausbildung machen, um beruflich vorwärts zu kommen, also meldete ich mich schließlich 2013 zu einer Coachingausbildung an.

Kann man Probleme mit Hund durch Coaching lösen?

Während der knapp drei Jahre langen Ausbildung ist es erforderlich, dass man eigene Themen in die Lehrcoachings einbringt. Wir hatten eine tolle Ausbildung in einer kleinen Gruppe und so war ich immer wieder dran, die Kolleginnen zu coachen und erhielt im Gegenzug auch Coachings von ihnen. Der Hund kam in meinen Coachings nur am Rande vor. Aber wie durch ein Wunder habe ich dennoch in diesen Coachings die Probleme mit meinem Hund gelöst. Durch die Coachings habe ich nicht den Hund verändert, ich habe gelernt, wie ich mich verändern kann. Statt am Hund herumzudoktern, habe ich an mir gearbeitet. Ich habe mir Ziele gesetzt, die wirklich zu mir gepasst haben. Mit jedem Erfolg bin ich ein Stückchen über mich hinausgewachsen. Je mehr ich mein Leben selbst in die Hand nahm, meine eigenen Entscheidungen traf und selbst-bewusster wurde, um so besser konnte ich meinen Hund führen.

Das Coaching hat aus mir keinen anderen Menschen gemacht, es hat mich vielmehr darin bestärkt, so zu sein wie ich bin und meinen eigenen Weg zu gehen. Schließlich hat sich nicht nur die Beziehung zu meinem Hund verbessert, auch in anderen Lebensbereichen hat sich einiges zum Positiven gewandelt. Mein Fazit aus dieser Zeit und meine wichtigste Botschaft an dich ist: Die Probleme mit dem Hund lassen sich durch Coaching lösen. Denn es geht nicht (nur) um den Hund. Es geht um dich.

„Du brauchst für deine Persönlichkeitsentwicklung keinen Hund. Fang bei dir an!“

Ich stehe nach wie vor hinter der Aussage: „Das, was dein Hund von dir fordert, bringt dich persönlich weiter!“ Aber ich möchte sie nicht so verstanden haben, dass du für deine Persönlichkeitsentwicklung einen Hund brauchst. Vielleicht ist der Hund heute einfach der Punkt, an dem wir – du und ich – uns begegnen. Ich bin ein Coach mit großem Hundeherz und ich verstehe, wie viel dir dein Hund bedeutet. In schwierigen Lebenssituationen merken wir oft nicht, wie schlecht es uns geht, aber wir merken, wenn es dem Hund schlecht geht. Dann suchen wir nach Lösungen für den Hund, dabei geht es eigentlich um Lösungen für uns selbst.

Mich berührt es sehr, wenn Hunde ihre Menschen dazu bewegen können, etwas für sich zu tun und wenn es beiden – Mensch und Hund – am Ende dadurch besser geht. Manchmal tut es einfach gut, mit jemandem zu reden und deine Gedanken zu sortieren, damit du Kraft schöpfen und mit Leichtigkeit den nächsten Schritt gehen kannst. Komm‘ wir gehen ein Stück zusammen!