Auf meiner To-Do-Liste stand wie jeden Montag die Aufgabe, einen Blogartikel zu schreiben. Ich hatte schon ein bestimmtes Thema vor Augen und eine konkrete Frage, auf die ich mit meinem Text eine Antwort geben wollte. Doch lange Zeit saß ich vor einem leeren Blatt. Obwohl ich mir große Mühe gab, fand ich nur wenige Worte. Die paar Sätze, die ich nach und nach zu Papier brachte, wollten nicht so recht zusammenpassen und fühlten sich leer an.

Wie ich Schreibblockaden hasse …

Cosmo, mein lieber Hund, war ungewöhnlich unruhig. Immer wieder kam er zu mir und stupste mich an. Dabei waren wir schon unsere große Runde gegangen. Seine Schüssel mit Hundefutter hatte er bereits verputzt. Ich wusste nicht so recht, was er von mir wollte. Es passte mir eigentlich gerade gar nicht. Um ihm trotzdem einen Gefallen zu machen, holte ich schließlich ein Intelligenzspiel aus dem Schrank. Vielleicht wollte er ein bisschen beschäftigt werden.

Was will mein Hund jetzt auch noch von mir?

Nacheinander packte ich die Sachen aus und baute das Spiel vor ihm auf. Er schaute mit etwas Abstand interessiert zu. Die erste Aufgabe war ihm bekannt und er löste sie schnell. Dann nahmen wir uns eine neue vor. Ich dachte schon: „Die ist einfach. Das hat er gleich raus.“ Doch ich irrte mich. Es war offenbar eine große Herausforderung. Man konnte sehen, wie er angestrengt nachdachte und sich kaum traute, einen Versuch zu starten.

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam

Also versuchte ich ihm zu helfen, ermutigte ihn mit Worten und Gesten. Wenn ich beobachtete, dass er gerade blockiert war, ließ ich ihn sich schütteln und ein paar Lockerungsübungen machen. Dabei machte ich mit, forderte ihn zum Spiel auf und musste über uns beide lachen, wie wir so herumblödelten. Danach starteten wir einen neuen Versuch. Ich sagte ihm immer und immer wieder, wie gut er das schon gemacht hat. Er schaffte es schließlich und fand heraus, wie er an die Leckerli herankam. Das war ein Fest. Am Ende war er sichtlich zufrieden mit sich.

Das Spiel mit meinem Hund brachte mich auf eine Idee

Da fiel mir meine selbstgestellte Aufgabe wieder ein. Ich sah mich, wie ich meinem Hund dabei ähnelte. War ich doch auch gerade beim Schreiben völlig blockiert und hatte keinen Plan, wie ich das Thema angehen sollte. Das brachte mich auf eine Idee. Einem inneren Impuls folgend fing ich an, all das aufzuschreiben, was ich eben noch zu meinem Hund gesagt hatte. Diese Mal richtete ich jedoch die Worte an mich selbst.

Ich spreche mit mir, wie ich mit meinem Hund spreche.

„Du machst das schon so gut. Prima! Schau mal, vielleicht nimmst du diesen Satz, der klingt schön. Ja, genau. So wird es was. Jetzt ist es Zeit für ein Päuschen. Wie wäre es mit Kaffee? Schüttel dich mal. Sehr gut! Also nochmal. Siehst du, eine Seite hast du schon. Das wird gut. Trau dich. Ich sehe, du hast eine tolle Idee. Jawohl. Viel besser. Lass diesen Teil mal stehen. Wow. Gleich hast du es. Siehst du, du kannst es doch. Klopf dir auf die Schulter. Du machst das toll.“

So kannst du dich selbst führen.

Ich schrieb all diese ermutigenden Sätze für mich auf und noch während ich sie schrieb, merkte ich, wie sich mein Körper entspannte und ich sogar lächelte. Ich fühlte diese liebevolle Unterstützung, die aus mir selbst kam. Die Worte flossen einfach so aus mir heraus. Ich merkte: „Wenn ich mich selbst auf diese Weise führe, löst sich meine Schreibblockade.“

Das Schreiben war wieder leicht und machte mir Freude.

Vor lauter Flow hatte ich meinen Hund ganz vergessen. Dieser war nach getaner Arbeit ganz leise in sein Körbchen verschwunden, schlief tief und fest. Ich schüttelte den Kopf: „Ich dachte, ich hätte dir mit dem Intelligenzspiel einen Gefallen getan. Dabei hast du mir bei meiner Aufgabe geholfen und mir am Ende den Hinweis gegeben, über was ich schreiben kann.“