Zwei Frauen gehen mit ihren Hunden spazieren. Wärst du ein Mäuschen auf dem Feld, dann könntest du mitanhören, wie sie sich darüber unterhalten, welchen Hund sie sich als nächstes holen möchten. Ein nicht unübliches Thema unter Hundeleuten. Man unterhält sich über die Hunderasse, Eigenschaften, Größe, Fellfarbe, Charakter, usw. Weiter geht es mit den Fragen: Welpe oder erwachsener Hund? Aus dem Tierschutz oder vom Züchter? Diese Fragen liefern oft Stoff für stundenlange Gespräche.

Vom Züchter oder aus dem Tierschutz? Welpe oder erwachsener Hund?

Die beiden Frauen sind sich einig: „Beim nächsten Hund wird es besser.“ Die Fehler, die man bei der Auswahl des ersten gemacht hat, will man möglichst vermeiden. Heute ist man schließlich schlauer. Man meint zumindest, die häufigsten Fallstricke zu kennen und die Gründe, woran Mensch-Hunde-Beziehungen meistens scheitern. Fehler passieren beim Züchter, bei der Tierschutzorganisation, in der Vermittlung durch das Tierheim und schließlich auch durch die von Emotionen geleitete, unüberlegte und vielleicht doch etwas überstürzte Auswahl.

Jagdhund oder Hütehund? Rüde oder Hündin?

Es ist also gar nicht so einfach den passenden Hund zu finden. Deshalb sind die beiden Frauen so sehr ins Gespräch vertieft, dass sie nicht wahrnehmen, wann ihre Hunde sich nach ihnen umdrehen und ihren Blick suchen. Sie können sich gerade nicht über diese wundervollen Tiere freuen und die Zeit mit ihnen genießen. All ihre Gedanken sind auf die Zukunft gerichtet, in der sie hoffen, den Richtigen zu finden.

Immer fehlt etwas.

Was die beiden Frauen machen, machen wir alle jeden Tag. Wir sind beschäftigt, etwas in der Zukunft zu suchen, schmieden eifrig Pläne. Das, was jetzt ist, passt uns nicht. Immer fehlt uns etwas. Wir hadern damit, dass der Hund an unserer Seite nicht das ist, was wir erwartet haben, sich nicht (immer) so verhält, wie wir es gerne hätten. Stell dir vor, die Hunde der beiden Frauen würden verstehen, über was sie sich unterhalten. Wie würden sie sich dabei fühlen?

Stell dir vor, dein Hund wüsste von deinen Plänen.

Wenn du dich in deinen Hund hineinversetzt, nimmst du vielleicht ein Ziehen im Bauch wahr, die Enttäuschung darüber, dass du in deinem Bemühen nicht gesehen wirst oder ein Gefühl von Traurigkeit über die Distanz zwischen dir und deinem geliebten Menschen. Es tut dir vielleicht auch im Hundeherzen weh, weil du dich einsam fühlst.

Hör auf dein Hundeherz!

Ich wünsche mir, dass die beiden Frauen merken, wie sie sich jedes Mal bei diesem Thema in einer Endlosschleife drehen, dass sie auf diese Art ihre Hundeprobleme nicht lösen werden, dass sie nur viele Worte und Energie verlieren und sich eigentlich genauso fühlen, wie ihre Hunde. Dann stelle ich mir vor, dass ich ein Stück mit ihnen gehe.

Der Hund, der zu dir passt, ist der …

In dem Moment, in dem mir auffällt, wann sich ihre Hundegespräche auf diese Weise verselbstständigen, wende ich behutsam ein: „Was du über deine Entscheidung für deinen Hund erzählt hast, hört sich für mich wohl überlegt an. Zu dem Zeitpunkt damals war es eine gute Entscheidung. Erinnerst du dich noch an den Zauber des Anfangs? Heute würdest du sowieso anders entscheiden, denn du bist mit deinem Hund persönlich gewachsen. Ohne diesen Hund, wüsstest du nicht, was du brauchst. Ohne diesen Hund wärst du nicht, wer du bist.“

… , der jetzt bei dir ist.

Du kannst jeden Tag den passenden Hund für dich finden, indem du deine Wahrnehmung bewusst auf das lenkst, was du hast und nicht auf das, was dir fehlt; indem du deinen Hund als das siehst, was er für dich ist, ihn nicht damit vergleichst, wie er für andere sein sollte. Wir brauchen uns heute noch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wie wir morgen entscheiden würden. Wir haben alles, was wir brauchen. Der Hund, der zu dir passt, ist der, der jetzt bei dir ist.