…sich entspannt im eigenen Tempo bewegen.

7_im eigenen Tempo bewegenEs ist kurz nach 6 Uhr morgens und es ist dunkel. Wer jetzt versucht, meinen Hund aus seinem Körbchen zu bewegen, der muss schon tief in die Motivationstrickkiste greifen. Schließlich hilft oft nur eins: Ihn mitsamt dem Körbchen auszuleeren…

Zum Glück ist diese Phase des Frühaufstehens für mich – und meinen Hund 😉 – erstmal vorbei. Wir stehen jetzt eine halbe Stunde später auf. „Wie? Das macht etwas aus?“ Ja, es ist für mich ein großer Unterschied und dazu kommt noch, dass ich insgesamt mehr Zeit am Morgen zur Verfügung habe. Wir können uns also in dieser Zeit entspannt im eigenen Tempo bewegen.

Woran merkst du, dass du dich gerade nicht im eigenen Tempo bewegst?

  • du hältst immer wieder die Luft an, atmest flacher
  • bist angespannt, ziehst die Schultern hoch
  • kannst dich nicht gut konzentrieren, bist müde – Kaffee, Tee, Zucker, Zigaretten – hilft alles nicht, um dich zu pushen

Manchmal richten wir unser Tempo nach anderen, reagieren nur noch. Dann sind wir es auch mal selber, die den Takt  vor geben und uns selber antreiben – oder arme Hunde aus dem Körbchen kippen ;-). Außerdem gibt es die Situationen, die uns unverhofft ausbremsen, z. B.

  • ein Kunde kommt nicht zum vereinbarten Termin
  • du musst auf eine Nachricht/eine Info/einen Anruf warten, ohne die du nicht weiter machen kannst
  • es ist Flaute (Ferienzeit o.ä.) und gibt wenig zu tun

Es ist ja auch nützlich und sinnvoll, dass wir uns anpassen können, dass wir das Tempo erhöhen oder auch reduzieren können. Nur wenn du aus dem Takt gerätst, wenn es mühsam wird und die Motvation sinkt, dann tut es unwahrscheinlich gut, sich mal wieder entspannt im eigenen Tempo zu bewegen.

Natürlich gibt es nicht immer und überall die Möglichkeit, sich entspannt im eigenen Tempo zu bewegen. Doch es gibt sie: Diese (kleinen) Freiräume, in welchen es tatsächlich geht, z. B. beim (Hunde-) Spaziergang. Fällt dir auch manchmal auf, dass du dich selber stresst und die tägliche Runde in einem Affenzahn hinter dich bringst? Doch du könntest dich entscheiden, nicht die ganze Runde, dafür bewusster und in deinem Tempo zu gehen. Wer sagt, dass du jeden Tag eine bestimmte Strecke zurücklegen musst?

Wenn du dich im eigenen Rhythmus bewegst, dann entsteht deine Motivation ganz von alleine

  • du spürst deine Kraft
  • du kommst ganz leicht voran
  • du nimmst dich und deine Umgebung wahr, entscheidest bewusst, was du tust und fühlst dich lebendig

Kennst du solche Momente? Wann gelingt dir das?

Auch wenn du dich dabei ertappst, dass du wieder losgerannt bist oder dass du gerade ausgebremst wirst und deine Motivation in den Keller geht, kannst du dich entscheiden, wie du JETZT handeln möchtest.

Überlege: Wann und wie ist es dir auch in unangenehmen oder unverhofften Situationen wieder möglich, dich entspannt in deinem eigenen Tempo zu bewegen?

  1. Kannst du etwas Tempo rausnehmen, aus der Situation heraustreten und dich entschleunigen?
  2. Braucht es eine Beschleunigung? Wie könntest du die Zeit nutzen, um wieder in einen angenehmen Arbeitsrhythmus zu kommen? Was würde dir jetzt Freude machen?

 

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.