Wenn wir gefordert sind unsere Hunde abzurufen, dann meist aus irgendeinem Stress heraus, z. B. weil ein Auto kommt. Bestimmt hast du im Hundetraining auch schon davon gehört, dass du dir vor dem Rückruf das Kommen deines Hundes vor deinem inneren Auge visualisieren sollst. Damit nimmst du den Erfolg in Gedanken vorweg und klärst deine Erwartungshaltung. Gleichzeitig stimmt dich dieses innere Bild positiv. Das kann für deinen Hund wie ein Magnet wirken. Im Rückruftraining funktioniert das auch prima und macht ein tolles Gefühl. Es gibt doch nichts Schöneres als den eigenen Hund mit einem fetten Grinsen im Voll-Speed auf sich zurasen zu sehen.

Wie schaffst du es im Alltag, dass der Rückruf besser klappt?

Der Rückruf im Training klappt, weil du mit den Gedanken bei der Sache bist und der Hund meist auch verstanden hat, dass es in dieser Zeit um ihn geht. Das kannst du dort auch locker durch die Visualisierungstechnik verstärken. Unterwegs auf dem Spaziergang, wenn du mit deinen Gedanken ganz woanders bist und dein Hund ebenfalls Freizeit hat, bist du bei einer plötzlich auftauchenden Gefahr auf mehreren Ebenen gefordert. Da ist der Reiz, der dein Handeln erforderlich macht, dein Hund, auf den du einwirken möchtest und da bist auch noch du selbst, der/die sich erstmal sortieren muss. Jetzt kannst du dir lange mental vorstellen, dass der Rückruf funktioniert. In diesem Chaos, geht die Chance gegen Null.

Raus aus dem Trainingsmodus rein in die Entspannung

Sind wir im Alltag mit Hund unterwegs, dann lassen wir den Hund laufen und unsere Gedanken gleich mit: „Endlich Zeit für mich!“ Du wünschst dir, nicht permanent im Trainingsmodus sein zu müssen. Indem du deinen Gedanken freien Lauf lässt, erhoffst du dir Entspannung. Was dann passiert, ist aber häufig wenig entspannend. Wenn wir die Gedanken freilaufen lassen, kann es uns genauso gehen, wie mit dem Hund. Anstatt die Zeit zusammen zu genießen, düsen sie plötzlich ab. Lassen den Körper am Waldrand stehen. Wie wildgeworden rasen sie einer Spur hinterher, immer weiter in den dichten Wald hinein. Dort finden sie spannende Dinge. Manchmal sind sie dann so tief in den Wald gerannt, dass sie den Weg zurück kaum mehr finden.

Wir verlieren uns in Gedanken und damit den Kontakt zum Hund

Wir alle leben mit solchen Gedanken. Kaum kommen wir ein bisschen zur Ruhe, haben etwas Freiraum für uns selbst, schon sind sie zur Stelle. Du reflektierst den vergangenen Tag, die Probleme bei der Arbeit, entwickelst Ideen für dein Business, überlegst dir ein Geburtstagsgeschenk für deine Freundin. Dann fällt dir ein, dass du deine Eltern schon lange nicht mehr angerufen hast, dass du endlich noch ein paar Sachen für den Urlaub kaufen musst, das Abendessen machen, usw. Endlos denken wir auf diese Weise. Anstatt zu entspannen, verlierst du dich in deinen Gedanken und damit verlierst du auch den Kontakt zu deinem Körper, deiner Umgebung und schließlich auch zu deinem Hund.

So klappt der Rückruf mit deinen Gedanken

Jetzt könnte man daraus schließen, dass man immer präsent sein muss und mit dem Hund im Freilauf nie auch mal die Gedanken laufen lassen kann. Das klingt wahnsinnig anstrengend. Tatsächlich kannst du entspannt und präsent zur gleichen Zeit sein. Das geht, indem du achtsam unterwegs bist. Dazu übst du den Rückruf nicht in Gedanken, sondern mit deinen Gedanken. Beobachte sie und wenn sie abzwitschern wollen, dann zeig ihnen, wie schön es im Moment ist und was es alles genau jetzt zu entdecken gibt. Deine Körperempfindungen und deine Sinneswahrnehmungen helfen dir dabei, ganz im Moment anzukommen. Dein Hund lebt immer im Augenblick. Für ihn gibt es nur diesen Moment. Du kannst lernen, mit deiner Aufmerksamkeit zwischen dir und deinem Hund hin- und herzuwandern. Über deine Achtsamkeitspraxis schaffst du somit auch eine wundervolle Verbindung zu deinem Hund. Bist du auf diese Weise mit deinem Hund unterwegs, klappt auch der Rückruf mit ihm immer besser.