… Neidgefühle positiv nutzen können.

Was hat Neid mit Motivation zu tun?

Neid bedeutet, dass du den Wunsch hast, das Gleiche zu besitzen oder über die gleichen Fähigkeiten zu verfügen wie ein anderer. Das ist ja weder gut noch schlecht. Nur das, was du aus diesem Gefühl machst, hat Konsequenzen für dich und dein Umfeld.

Denn es gibt zwei Arten von Neid. Nenn sie mal: Den schwarzen Neid und den weißen Neid (die Idee ist nicht von mir, sondern von einer Freundin, die mich zu diesem Artikel inspiriert hat – gute Idee wie ich finde, da war ich schon neidisch 😉 )

Schwarzer Neid ist uns bestens als Missgunst bekannt. Du siehst, dass jemand etwas hat, was du auch gerne hättest und wertest ihn ab. Das kannst du innerlich machen oder auch nach außen tragen (lästern, ratschen, oder wie sagt man bei dir?). Du willst ein Beispiel?

Eine Hundehalterin übt mit ihrem Hund. Der Hund macht Kunststückchen und es klappt fabelhaft. Sieht toll aus! – Und da ist er schon der schwarze Neid:

„Das macht der Hund ja nur wegen der Leckerli, blöde Leckerli-Tante.“

Kennst du nicht? Noch nie gehört? Stimmt, klingt böse, sowas darf man nicht denken!! Doch es passiert in dieser Form oder anders und ich gebe zu, ich bin auch nicht frei davon …

In der Psychologie wird diese Abwertung sogar als Mechanismus beschrieben. Hintergrund ist, dass man sich verunsichert fühlt und die Psyche sich mittels der Abwertung stabilisieren kann. Super Trick, den die Natur da eingerichtet hat. Psychologen würden sagen, wir wehren diese unangenehmen Dinge ab (Traurigkeit, das Erlebnis des Mangels, die eigene Unfähigkeit, etc.). Leider führt er dazu, dass man sich selbst blockiert. Man versperrt sich den Zugang zu seinen echten Gefühlen und Bedürfnissen.

 Welche Situationen machen dich neidisch?

Wenn du dich auf deinen Weg machst, deine Vorstellungen zu realisieren sei es im Job, in Beziehungen oder sogar beim Hausbau, werden dir immer wieder Menschen begegnen, die schon weiter sind, die schon das haben, was du dir gerade mühevoll erkämpfst. Das sind im ersten Moment vielleicht anstrengende Situationen, weil du damit konfrontiert wirst, was dir fehlt und nach was du dich sehnst. Doch wir stehen alle an einem anderen Punkt. Auch du stehst einmal vorne und einmal hinten, je nachdem wessen Perspektive es gerade ist.

Neid steht für Sehnsucht.

Weißer Neid ist das Gegenteil von schwarzem Neid – jaja, soweit warst du schon 😉 Ich drücke mich nur vor der Definition, gar nicht so leicht, dazu etwas zu finden. Aber schließlich bin ich auf etwas Passendes gestoßen: Weißer Neid hat die Qualität von Güte. Was für ein schönes Wort!

Meine Definition von G Ü T E lautet:

Güte ist eine freundliche Einstellung, eine aufgeschlossene innere Haltung gegenüber jemandem oder etwas.

Das ist ja schön und gut. Aber wie das mit den inneren Einstellungen und Haltungen so ist: Sie sind wenig greifbar und man kann sie auch nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Doch du kannst dir Schritt für Schritt Neidgefühle nutzbar machen und aus ihnen sogar noch Motivation und Energie gewinnen.

Wie kannst du Neidgefühle positiv nutzen?

  1. Erkenne dein Bedürfnis dahinter: Geh deinem Wunsch auf den Grund: Was fehlt dir genau? Was macht die Person, was du dir aneignen möchtest? Was strahlt sie aus? Was hat sie (an sich)?
  2. Mach der Person ein Kompliment, sag ihr, wofür du sie beneidest. Das klingt vielleicht komisch, aber du wirst sehen, es nimmt dem schwarzen Neid jeglichen Wind aus den Segeln. Wenn du ein Kompliment machst, ändert sich deine innere Haltung. Den Menschen, die du bewunderst, ist es möglicherweise gar nicht bewusst, was sie gut können. Mit deinem Kompliment machst du ihnen ein echtes Geschenk und eine Freude.
  3. Frag nach dem Rezept! Nutze die Expertise. Wenn jemand das hat, was du möchtest, frag ihn doch, wie er das angestellt hat. Wenn dir ein Kuchen schmeckt und du ihn nochmal essen möchtest, fragst du doch auch nach dem Rezept. (Ob der Kuchen dann bei dir genauso gelingt und schmeckt? Das kannst du ja ausprobieren. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert 🙂 )

Dieser Text ist der beste Beweis, dass aus Neidgefühlen, etwas Gutes entstehen kann. Ich habe quasi das Rezept mal eben ausprobiert. Sicher ist es anders als das Original. Aber ich finde, es hat auch was 😉

Bis bald und immer dran denken: Geh mutig und klar deinen Weg!

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.