Konfliktmeister mit Hund

Meine liebe Kollegin Christina Wenz von www.mediation-wenz.de hat zur Blogparade aufgerufen und weil sich bei Christina alles um gelingende Konfliktlösung dreht, ist das Thema dieses Mal: Wie gelingt es, Konflikte zu meistern?

Bei Christinas Aufruf war auch ein Bild von einem Fußballspieler dabei, der in Siegerposition auf dem Platz kniet. Puh, dachte ich, das bringe ich selbst als Mediatorin und Konfliktmanagerin nicht so schnell mit diesen unangenehmen Situationen zusammen, die man als Hundehalterin erlebt.

Konflikte mit Hund sind unangenehm.

Konflikte mit Hund, das sind doch diese unangenehmen Situationen, vor denen man sich insgeheim fürchtet, weil sie einem den ganzen Tag vermiesen können, diese ganz besonders nervigen Situationen, die uns Hundehalter/innen furchtbar stressen.

Da uns unser Hund sehr am Herzen liegt, eskalieren Konflikte über dieses Thema leicht. Denn die andere Konfliktpartei zielt ja scheinbar direkt auf unseren wunden Punkt. Also ziehen wir die Mauern hoch oder gehen direkt zum Gegenangriff über. Das führt zu zitternden Händen, großer Aufregung und gegenseitigen Verletzungen – und hier sind nicht die Hunde gemeint. Nein, lass uns von etwas anderem sprechen, über den Hund wollen wir uns lieber nicht streiten.

Wie meistert man Konflikte mit Hund?

Da hat Christina die Latte ganz schön hoch gehängt. Aber das Thema ließ mich nicht los. Denn ich sehe Konflikte mit Hund als Chance, mich und andere Menschen besser zu verstehen. Es hat mich sehr beschäftigt, das auf den Punkt zu bringen, was dabei wirklich hilft. Dann stand ich gestern mal wieder vor einer kniffligen Konfliktsituation mit meinem eigenen Hund, freute mich, dass ich sie gemeistert hatte und plötzlich war da auch die Antwort auf Christinas Frage:
In Konflikten mit dem Hund ist der Hund nur die Spitze des Eisbergs. Oberflächlich betrachtet streiten wir über den Hund, darunter liegt das eigentliche Thema. Das, worum es im Grunde geht, sind unsere Gefühle, Bedürfnisse, Interessen und Werte.

In Hundebegegnungen wünschen sich manche Menschen Abstand und möchten ihren Weg unbehelligt fortsetzen. Dieses Bedürfnis steht nicht selten im Konflikt mit anderen, denen es darum geht, über den Hund in Kontakt zu gehen und sich kennenzulernen oder auszutauschen. Wenn wir uns über die Leinenpflicht im Wald streiten, geht es den einen darum, das Wild zu schützen und Gefahren für Jungtiere abzuwehren, anderen geht es darum, Gefahren selbst einschätzen zu dürfen und sich mit ihrem Hund in der Natur frei zu bewegen. Menschen fordern den Hundeführerschein aufgrund ihres Bedürfnisses nach Sicherheit und vielleicht auch wegen ihres Interesses, den Überblick über Erziehungs- und Ausbildungsmethoden in der Hundewelt zu gewinnen und den Markt zu regulieren. Ähnlich verhält es sich in Nachbarschaftsstreits: Stellt dein Nachbar ein Schild in seinen Garten mit der Aufschrift „Hunde verboten!“ hat er sehr wahrscheinlich nichts gegen Hunde, sondern möchte keine Hundehinterlassenschaften in seinem Garten haben.

Es geht nicht um den Hund!

Wenn wir lernen, dass es nicht um den Hund geht und wir die tieferliegenden Themen erkennen, müssen wir uns nicht über den Hund streiten, sondern können wieder miteinander ins Gespräch kommen. Lösungen liegen nicht auf der Ebene Hund, sondern darunter. Du wirst zum Konfliktmeister/in mit Hund, wenn du dir merkst, der Hund ist nur die Spitze des Eisbergs.

Weitere Ideen, wie du Konflikte meistern kannst und alles zur Blogparade, findest du bei Christina auf ihrer Website http://mediation-wenz.de/blog/2016/07/29/einladung-zur-blogparade:-wie-wirst-du-zum-konfliktmeister/

 

Welche Konflikte mit Hund würdest du gerne meistern können?

Welches ist dein bester Tipp, wie man Konflikte mit Hund meistern kann?

Ich freue mich über deinen Kommentar!

 

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.

5 Comments

  1. Liebe Anna, ich danke Dir von Herzen für diesen wunderbaren und wertvollen Beitrag zur Blogparade! Als begeisterte Hundehalterin freue ich mich natürlich über diesen Artikel ganz besonders! So oft erlebe ich, wie viele Konflikte es in dem Bereich gibt und wie sehr die Hundehalter diese Konflikte belasten! Ich finde, Du hast ein sehr wichtiges Thema für Deinen Beitrag gewählt! Klasse! Ich danke Dir für Deine Teilnahme! Liebe Grüße, Christina

  2. Liebe Anna, das Thema beschäftigt mich gerade sehr. Obwohl ich versuche, sehr rücksichtsvoll zu sein und andere nicht mit meine Hund „zu stören“ begegnet mir immer wieder fast „wütendes“ Unverständnis, das mich sehr traurig macht. Der Grund: Ich wage es, meine kleine Hündin auf den Arm zu nehmen und mich umzudrehen und wegzugehen, wenn mir fremden, nicht einschätzbare Hunde ohne Leine begegnen. Neulich wurden wir von drei freilaufenden, bellenden Hunden gestellt, als wir (angeleint) eine Wiese überqueren wollten. Auch da nahm ich sie schützend auf den Arm, weil ich unmöglich drei Hund blocken kann, zudem ist sie gerade läufig und körperlich angeschlagen (halb blind, Kopfschmerzen aufgrund eines zu kleinen Schädels, Rückenschmerzen) in solch einer Lage kann sie sich kaum souverän gegenüber drei großen in ihrer Kraft stehnden Hunde zeigen. Sie ist eine kleine Leithündin und versucht im Hundekontakt das auch klarzumachen, was nicht selten ihre Kräfte übersteigt- sie kippt dann in eine Überforderung und kann dabei schon mal histerisch werden. Oft genug habe ich das miterlebt und habe mich dann entschieden, sie konsequent zu schützen, wenn ich Situationen nicht als sicher/entspannt einschätzen kann. Was mich erstaunt ist, dass dieses Verhalten andere Hundehalter so wütend macht. Es ist fast so, als ob es ein Tabu ist, „Empfindliches zu schützen“-als am man das nicht dürfte. Als ob es unfair wäre, sich nicht auszusetzen, sich nicht zu überfordern zugunsten eines Kontaktes, selbst wenn dieser unangenehm verlaufen würde. Das macht mich traurig und das versteh ich auch nicht. Was ich auch nicht verstehe, dass diese Hundehalter scheinbar nicht in der Lage sind sich zu fragen: „Oh, warum tut Sie das? Was ist mit dem Hund?“ Sondern gleich rausrufen: „Hunde nicht hochnehmen, das ist kein natürliches Verhalten“ oder „ich bin fassungslos, jetzt nimmt sie ihn auch noch auf den Arm“. Dabei ist es doch für die anderen nur von Vorteil- der andere Hund kann weiterhin frei an uns vorbeil laufen, ich muss den Hundehalter nicht bitten, seinen Hund auf Abstand zu halten und erspare mir so die Diskussion- aber leider nein. Eine Bewertung findet trotzdem pauschal statt: „das was ich mit meine Hund mache ist falsch“. Selbst wenn das so wäre und ich die einzige auf diesem Planeten bin, die das nicht sieht- was geht das jemand Fremdes an? Und was ist das für ein Muster, das scheinbar in uns allen steckt, das man glaub, man könnte ohne genau hinzuschauen erkennen, was der ander „falsch“ macht, anstatt mal bei sich selbst zu schauen, was da eigentlich im Dunst „falsch läuft“.
    Leider helfen mir in solchen Momenten die 10 Konflikttipps von Frau Wenz nicht weiter. Oder ich sollte vielleicht einfach mal direkt fragen: Warum macht sie das so wütend, wenn ich meinen Hund hochnehme? Aber ich fürchte fast, ich werde außer weiteren Belehrungen nichts ernten. Vielleicht habt ihr mir einen Tipp? Neuerdings lauf ich einfach ruhig und schweigend trotz aller Kommentare weiter- aber die Traurigkeit darüber bleibt. Liebe Grüße! S.

    • Liebe S.
      In deinen Worten steckt ganz schön viel Traurigkeit drin und mir ist klar, dass die Konflikttipps dich da nicht weiter bringen. Ich würde dir auch nicht raten, mit den besagten Hundehalter/innen ins Gespräch zu gehen. Das führt zu nichts.

      Ich lese bei dir, dass du dir Rücksicht von anderen wünscht und dass sie es respektieren, wenn du deinen Hund schützt (und dazu hast du allen Grund). Du kannst das leider von den anderen nicht einfordern, so wie sie von dir nicht verlangen können, dass du den Hund frei laufen lässt. Hier geht es nicht um Konsensfindung, sondern darum dich gesund abzugrenzen und unabhängig von dem, was sie von dir halten oder über dich sagen, dein Ding zu machen, ohne dich am Ende traurig zu fühlen. Ich möchte dir dazu einen älteren Artikel ans Herz legen, vielleicht passt das ja ein bisschen besser als die Tippsh https://strukturgeberin.de/dein-hund-deine-grenze

  3. Liebe Anna,
    eine spannende Idee, das Hundethema mit der Idee des Eisberges zu verbinden. Es ist sehr viel Wahres dran. Es geht oft um uns, nicht um den Hund. Diese Erkenntnis bringt schon verdammt viel.
    Ich danke dir für deinen Blick auf das Thema.
    Liebe Grüße

    Melanie

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