Ist Dankbarkeit zu viel verlangt?

Während der Morgenrunde mit Cosmo bin ich hektisch meine Erinnerungen auf der Suche nach einer guten Story durchgegangen. Doch beim Gedanken an all die wundervollen Begegnungen und Erlebnisse, die mir in den vergangenen vierzehn Tagen passiert sind, fing es plötzlich langsam an, in meinem Bauch zu kribbeln und mir wurde sprichwörtlich – nicht nur wegen der beachtlichen Sommerhitze 😎 – unwahrscheinlich warm ums Herz. Meine vorher empfundene Müdigkeit und träge Urlaubsreife war weg und ich spürte wieder Motivation und Energie, zu schreiben.

Was für ein kraftvolles Gefühl, das mich da so spontan überfiel?

Hast du es erkannt?

Wenn du dich getragen fühlst und zärtlich verbunden mit dem Leben, der Natur und den Menschen um dich herum, ruhig und sicher im Wissen, dass sich alles fügen wird, dass du auf deinem Weg bist, voller Vertrauen, dass alles gut wird.

Das, was mich in diesem Moment und jetzt gerade auch erfüllt, das ist große Dankbarkeit.

Dankbarkeit: ein überfrachteter und strapazierter Begriff?

Dankbarkeit kann manchmal als ziemlich überfrachteter Begriff daher kommen, der schnell Widerstände erzeugt. Widerstand regt sich, weil du es als künstlich und unecht empfindest, wenn Dankbarkeit als (unausgesprochene) Erwartung im Raum steht und du den Impuls gar nicht spürst. Warum solltest du dich auch für Selbstverständlichkeiten bedanken oder für Dinge, die du gar nicht bestellt hast?! Dann ist Dankbarkeit wirklich zu viel verlangt.

Gerade dann, wenn man sich vom Leben benachteiligt fühlt und nur seine Wünsche kennt, ist es überaus schwer, Dankbarkeit wirklich zu empfinden. Was hilft es mir positiv zu denken? Das hat nichts mit meinem Leben zu tun, denn da läuft es anders.

Bist du vom Leben reich beschenkt

oder kennst du nur deine Wünsche?

Positiv denken ist eine Strategie, deine Gedanken zu beobachten, zu ordnen und zu ändern. Diese Strategie bleibt oberflächlich, ohne die Verbindung zu deinem innersten Gefühl. Dankbarkeit ist viel mehr als positives Denken; es ist eine innere Haltung, ein Richtungswechsel im Denken und Fühlen, die Bereitschaft das Gute in deinem Leben zu sehen und anzuerkennen.

 

Dankbarkeit lässt dich im Moment inne halten, achtsam sein und spüren: Du wirst jeden Tag vom Leben beschenkt.

 

Dankbarkeit muss gar nicht erhaben und strahlend sein, manchmal ist sie schüchtern und du nimmst sie nur als leises Glitzern wahr. Wenn du diese unterschiedlich großen und kleinen Schmuckstücke sammelst, ergeben sie einen wundervollen Schatz, aus dem du dich reichlich bedienen kannst.

Gerade bin ich dankbar, dass du hier mitliest und mich dabei begleitest wie aus meinen Träumen langsam Wirklichkeit wird. Vor ziemlich genau ein Jahr bin ich losgelaufen und es ist unglaublich, was passiert, wenn man mal in Bewegung ist. Seither hat sich hier viel verändert und es wird sich sicher auch noch einiges ändern. So ist wohl das Leben: Ein großes Abenteuer! Wenn du es als solches begreifst, fängst du an, dich für diese Bewegung, für die Veränderungen in dir und der Welt zu öffnen. Auch wenn es hin und wieder ziemlich furchteinflößend sein kann 😉 für deinen Mut wirst du im Gegenzug reich beschenkt.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber Dankbarkeit löst bei mir auch immer die Motivation aus, etwas zurück zu geben und für Ausgleich zu sorgen. Daher möchte ich dir eine kleine, aber sehr wirkungsvolle Übung mitgeben, wie du das Gefühl von Dankbarkeit verstärken und deinen Schatz findest – auch wenn du dich müde, traurig und vom Leben benachteiligt fühlen solltest.

 

Eine Woche voller Dankbarkeit

Nimm dir 6 Tage lang jeden Tag ein paar Minuten Zeit. Notiere dir zu jeder, der nachfolgenden Fragen die Antworten. Hier sind deine Fragen:

1. Wofür bist du dankbar, wenn du dich an deine Kindheit erinnerst? Finde 10 Punkte.

2. Für welche deiner (vermeintlichen) 5 Fehler bist du rückblickend dankbar?

3. Welche Momente in deinem Leben bringen dich bei der Erinnerung an sie zum Lächeln? Finde 10 und gebe ihnen Überschriften

4. Welche „Geschenke“ hat dir dein Hund heute gemacht (10 Geschenke aufschreiben)

5. Finde für jeden der Buchstaben aus deinem Namen (Vor- und Zuname) eine Eigenschaft, für die du dankbar bist.

6. Nenne 10 Menschen, die du kennst und für die du dankbar bist, dass sie ein Teil deines Leben sind.

Am 7. Tag lies dir alle deine Aufschriebe einmal in Ruhe durch, spür in dich hinein, genieß diese großartige Gefühl. Staune über das Wunder: Du hast ein gutes Leben!

 

Wenn du magst, kannst du die Dankbarkeitsübung weiter fortsetzen und dir jeden Tag etwas aufschreiben, wofür du dankbar bist. Sehr bald wirst du merken, dass es dir sogar in stressigen Momenten gelingt, dankbar zu sein und in deine Kraft zu kommen.

Und jetzt möchte mich nochmal bei dir bedanken, weil:

– ich mich freue, dass du dich auch für das Thema Persönlichkeitsentwicklung mit Hund interessierst.

– es mich froh macht, mit dir in Verbindung zu sein.

– du mir deine Aufmerksamkeit und dein Interesse schenkst.

– du meine Motivation bist, du spornst mich an, hier zu schreiben!

Von Herzen vielen Dank dafür!

Wem möchtest du wieder einmal Danke sagen? Für was bist du gerade dankbar? Wenn du magst, dann lass mich und die anderen Leser/innen daran teilhaben und schreibe einen Kommentar.

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.

3 Comments

  1. Hallo Anna, ich danke dir für diesen tollen Artikel 🙂 Es sollte man wirklich mal ausprobieren.
    Liebe Grüße Daniela

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