Hundetraining oder Coaching für den Menschen? – Was du über den Unterschied unbedingt wissen solltest

Den Satz „Anstatt zu trainieren, haben wir im Hundetraining heute wieder nur über mich geredet.“ hast du vielleicht auch schon gesagt oder zumindest gedacht. Im Hundetraining lässt es sich schlichtweg nicht vermeiden, dass persönliche Themen eine Rolle spielen. Wir sind keine Maschinen und nicht jeden Tag gleich gut gelaunt. Überall dort, wo mit Hund und Mensch gearbeitet wird, kommt es daher mal dazu, dass die persönlichen Themen in den Vordergrund rücken und das eigentliche Training für den Hund in den Hintergrund rückt. Doch handelt es sich dann noch um ein Hundetraining? Hieße es dann nicht besser Coaching für den Menschen?

Was ist der Unterschied zwischen Hundetraining und Coaching für den Menschen?

Im Hundetraining geht es um den Hund und die Aufgabe. Ein Training ist auf die Aneignung und auf die Verbesserung von Fähigkeiten ausgelegt und hat somit immer auch eine bestimmte Zielsetzung, z. B. der Hund soll locker an Leine laufen. Die Hundetrainerin möchte dich dazu befähigen, dieses Ziel zu erreichen. Dazu gibt sie dir bestimmte Aufgaben. Sie berücksichtigt dabei nicht nur die Lernbedürfnisse des Hundes, sondern auch deine. Daher lautet die zeitgemäße Aussage über Hundetraining: Im Hundetraining werden nicht nur Hunde, sondern auch Menschen trainiert.

Im Coaching für Menschen geht es um dich und deine Themen. Ein Coach unterstützt dich dabei, deine Themen zu bearbeiten. Im Unterschied zur Therapie werden keine Diagnosen behandelt, z. B. Depression, Psychose, etc. Es geht vielmehr darum, wie du dein Leben mehr nach deinen Bedürfnissen und Vorstellungen leben kannst. Themen können z. B. Stress, Konflikte, Kommunikation, Selbstbewusstsein, usw. sein. Bei einem Coaching werden manchmal auch Hunde eingesetzt. Sie können allein durch ihre Anwesenheit trösten oder in Aufstellungen hilfreiche Rückmeldungen geben.

Warum der Unterschied für deinen Trainingserfolg wichtig ist

In der konzentrierten Beschäftigung mit dem Hund, wie z. B. im Hundetraining, stößt man häufiger auf persönliche Themen als im Alltag. Handelt es sich doch um Beziehungsarbeit, in der der Erfolgt des einen vom anderen abhängig ist. Daher passiert es nicht selten, dass man gerade dann die Gefühle spürt, die man im Konfliktfall sehr gut vor sich und anderen verstecken kann. Vielleicht wirst du ärgerlich oder es reißt dir der Geduldsfaden. Manchmal hast du plötzlich einen Kloß im Hals oder musst sogar weinen.

Es ist nachvollziehbar, dass in so einer emotionalen Situation im Hundetraining der Wunsch da ist, auch die Themen zu bearbeiten, die damit verbunden sind. Nicht selten wird hier der Kontext Hundetraining verlassen und versucht über die Aufgabe mit dem Hund, die persönlichen Themen des Menschen zu bearbeiten. Dann kommt es zu diesen „schrägen“ Momente, in denen nicht mehr klar ist, wer welche Rolle hat und um was es gerade geht. Ehe man sich versieht, wird plötzlich z. B. die Unsicherheit des Menschen bearbeitet und nicht mehr mit dem unsicheren Hund trainiert. In diesem Kuddelmuddel entstehen genau die Missverständnisse, mit denen besonders feinfühlige Menschen noch lange zu tun haben und ihr Trainingsziel nicht erreichen, z. B. „wenn ich emotional bin, spiegelt mich mein Hund“, „ich muss stark sein, wenn ich meinen Hund führen will“ oder „weil ich so empfindlich bin, kann ich meinen Hund nicht führen.“

Du bist für deinen Hund eine wichtige Beziehungsperson und wenn ihr zusammen an einer Sache arbeitet, dann merkt er direkt, wenn es dir nicht gut geht. Das zeigt, dass ihr eine tolle Verbindung habt. Dass es emotional wird, bedeutet nicht, dass etwas falsch läuft, sondern dass du genau auf der richtigen Spur bist. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, die Leine in die Ecke zu werfen, sondern genau der Zeitpunkt, an dem es sich wirklich lohnt im Training an der Aufgabe weiter zu machen. Die besten Trainerinnen sind die, die es dann schaffen, auf dich einzugehen, indem sie dir Zeit lassen, dich selbst zu sortieren, deine Überforderung ermitteln, entsprechend mehr Anleitung oder weniger geben und den Trainingsablauf so ändern können, dass das Hundetraining – auch wenn es emotional wird – mit einem Erfolgserlebnis für dich und deinen Hund endet.

Wie du ein Coaching für dich als sinnvolle Ergänzung zum Hundetraining nutzen kannst

Manchmal ist der Kopf so voll mit anderen Themen, dass dir die Freude an deinem Hund oder der Beschäftigung mit ihm verloren geht. Eigentlich täte es dir gut, deine Gedanken zu sortieren, aber du weißt nicht wann du endlich Zeit dafür findest. Immer wieder bekomme ich zu hören: „Ich melde mich wegen eines Termins bei dir, wenn es mir wieder bessergeht.“ Dabei ist es genau das, was du von meinem Coaching erwarten kannst: Du kannst mir einfach erzählen, was dich aktuell beschäftigt. Ich höre dir in Ruhe zu, helfe dir mit meinen Fragen, deine Gedanken zu sortieren und gebe dir – wenn du möchtest – einen Impuls für deinen nächsten Schritt. Danach geht’s dir besser, du kehrst entlastet und gestärkt in deinen Alltag zurück. Dein Hund merkt den Unterschied , weil es jetzt mehr um ihn geht, du dich auf ihn einlassen kannst und ihr zusammen wieder Freude habt.

Also warte nicht bis zum nächsten Hundetraining oder bis es dir vielleicht irgendwann bessergeht und mach’ dann einen Termin, wenn du ihn brauchst.

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Anna Meißner hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.

One Comment

  1. Liebe Anna,
    beim Lesen deines Beitrags musste ich mehrfach nicken. Letztendlich spiegeln sich die Themen der Menschen auch in den Problemen, dem Verhalten und der Beziehung mit den Tieren, mit denen sie zusammenleben. Eigentlich eine große Chance, zu sich selbst hinzusehen. Nicht oft ist der Mut dazu da. Ich finde es großartig, wenn Menschen bereit sind, an sich selbst zu arbeiten anstatt nach außen zu projizieren! Danke für den inspirierenden Beitrag und liebe Grüße!

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