Cosmo, mein Hund, ist ein Musterschüler in der Hundeschule. Er beherrscht auch heute noch unzählige Kommandos und freut sich, wenn er es richtig macht. Schließlich fällt dann hin und wieder ein leckerer Kräcker für ihn ab. Doch das ist nicht der Grund, warum er dort so gut mitmacht.

Der Trainereffekt ist ein Mythos

Früher dachte ich, es läge am sogenannten Trainereffekt und wenn ein Hundetrainer oder eine Hundetrainerin anwesend ist, folgt mein Hund, weil ihn die pure Präsenz dieser Person mit Hundeerfahrung beeindruckt. Dieser Effekt ist ein Mythos.

Was war dann das Erfolgsrezept?

Im Hundetraining ist der Rahmen klar: Anfangs- und Endzeiten, Pausen, der Ort, das Trainingsziel, die Aufgabe, die Rollen. Als Hundeschüler dürfen wir uns in diesen Rahmen einfügen und vergessen für einen Moment unsere Sorgen. Wir befinden uns unter Gleichgesinnten. Passiert ein Fehler, gehört das zum Lernen dazu. Der Hund folgt uns, weil wir entspannt sind.

Im Alltag mit Hund müssen wir den Rahmen vorgeben

Im Alltag sind wir gefordert, immer wieder den Rahmen selbst herzustellen und z. B. Trainingsmethoden flexibel abzuwandeln, damit sie für uns und unseren Hund in der jeweiligen Situation gut passen. Quasi müssen wir die Rolle der Hundetrainerin und damit die Führung übernehmen.

Jede Hundehalterin ist im Grunde eine Hundetrainerin

Der Spruch „Es gibt so viele Hundetrainer wie Hundehalter“ ist also gar nicht so weit hergeholt. Geht es um die Rolle gegenüber deinem Hund, bist du im Alltag seine Trainerin, seine Anleiterin, seine Lehrerin, seine Dolmetscherin. Du zeigst ihm, wie er in der Menschenwelt gut zurechtkommen kann und gibst ihm notfalls Hilfestellung.

Du musst kein Hundetrainer werden. Du bist schon einer.

Mir begegnen immer wieder Menschen, die denken, sie müssten Hundetrainer werden, um ihre Probleme mit dem Hund zu lösen. Dabei sind sie es bereits. Es geht mehr um die Klarheit in der Rolle. Denn das, was wir als „Hundeprobleme“ bezeichnen, sind häufig die Situationen, in denen es uns nicht gelingt, unserem Hund zu vermitteln, was wir von ihm wollen, weil der Rahmen und wir selbst unklar sind.

Hundeprobleme mental lösen

„Hundeprobleme“ können ein wundervoller Spiegel sein für all die Gedankenmuster, die uns davon abhalten, einen klaren Rahmen zu schaffen, um mit unserem Hund entspannt zu kommunizieren. Du kannst sie mental lösen, indem du deine Rolle als „Hundetrainerin“ annimmst und dein Leben in eine „Hundeschule“ verwandelst.

Gestalte dein Leben mit Hund nach deinen Vorstellungen

Du kannst dein Leben mit Hund nach deinen Vorstellungen gestalten und selbst den Rahmen vorgeben, z. B. Arbeitszeiten, Pausen, den Ort für den Hundespaziergang, die Dauer. Dein Umgang mit Fehlern entscheidet, ob das gemeinsame Lernen dir Freude macht. Dein Hund folgt dir, wenn du entspannt bist.

Ein neuer Ansatz: Mentales Training für Hundehalter

Mentales Training für Hundehalter bedeutet, Strategien zu entwickeln, um dein Leben mit Hund selbstverantwortlich zu gestalten. Um dir diesen Ansatz zu verdeutlichen, habe ich eine Übersicht über die 10 häufigsten Hundeprobleme, möglicherweise dahinterliegende Gedankenmuster und die jeweils passende Affirmation erstellt.

Ein Beispiel: Mit Affirmationen arbeiten

Affirmationen sind „Ja-zu-dir-Sätze“ und geben dir eine einfache Möglichkeit zur Selbstunterstützung. Indem wir mit Affirmationen arbeiten, diese schreiben oder laut wiederholen, prägen sich nach und nach die positiven, unterstützenden Worte in unser Gedächtnis ein. Affirmationen helfen am besten, wenn sie auf das negative Gedankenmuster abgestimmt sind.

Hier kannst du dir das PDF „Hundeprobleme mental lösen“ kostenlos herunterladen.

Heute gehe ich nicht mehr wegen der „Hundeprobleme“ ins Hundetraining, sondern um bewusst Zeit mit meinem Hund zu verbringen. Ich genieße es, wenn die Hundetrainerin für einen schönen Rahmen sorgt, in dem wir einfach mal nur Hundeschülerin und Hund sein dürfen – wohl wissend, dass ich mir diesen Rahmen auch selbst schaffen kann.