Hund auf Rezept

Vor ein paar Tagen traf ich einen älteren Herrn. Er erzählte mir, er sei knapp 80 Jahre alt und zu seiner Zeit habe es in der Stadt keine Hunde gegeben. Hunde hätten nur die Bauern auf dem Hof gehalten. Warum halten wir heute so viele Hunde? Warum gibt es den Hund heute sogar auf Rezept?

Die Welt hat sich seit damals verändert. Nicht ohne Grund halten heute viel mehr Menschen einen Hund. Oberflächlich gesehen liegt es auch daran, dass wir es uns einfach leisten können. Doch da ist noch etwas anderes, etwas Tiefergehendes:

Lebensentwürfe werden seit damals vielfältiger und die traditionellen Lebens-, Rollen-, Familienstrukturen lösen sich immer mehr auf. Wir sind und müssen heute teilweise viel mehr und anders arbeiten, mobiler, flexibler und wandelbarer sein.

Hunde behandeln ein Symptom

Hunde kommen genau hier ins Spiel. Der Hund auf Rezept verspricht die Lösung. Ein Hund füllt die Leere, die dabei entsteht, wenn sich Strukturen auflösen. Er gibt uns einen Grund, morgens aufzustehen, uns zu kümmern, raus zu gehen; er strukturiert unseren Tag, ist für uns da, wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen; seine Nähe ist tröstlich. Er hilft uns, uns zumindest ein stückweit vom Druck der Leistungsgesellschaft abzugrenzen, setzt ein Statement gegen die Technisierung, lässt uns auf unser Gefühl vertrauen und (selbst-) bewusster zu leben. Hunde machen es uns auf ihre Art leichter, in einer unbeständigen Welt zu leben und Halt zu finden. Doch Hunde lösen unsere Probleme nicht, sie behandeln höchstens das Symptom.

 

Die Welt braucht keine Hunde auf Rezept. Die Welt  braucht dich!

 

Die Welt braucht nicht mehr Hunde auf Rezept, sie braucht mehr Menschen, die spüren können, was Hunde von uns fordern.

 

Hunde fordern von dir:

  • dich selbst so zu lieben wie du bist.
  • dich innerlich wild und frei zu fühlen.
  • deinem Herzen zu folgen.
  • zu sagen, was du denkst, fühlst, willst.
  • mutig du selbst zu sein und deinen Weg zu gehen.
  • Beziehungen auf Augenhöhe zu führen.

 

Die Welt braucht nicht mehr Hunde auf Rezept, sondern Menschen wie dich, die mit und ohne Hund Führungsverantwortung übernehmen und neue Strukturen schaffen oder mitgestalten wollen, die uns in Zeiten von gesellschaftlichen Veränderungen und großen Umbrüchen im Kleinen und im Großen Halt und Trost geben können.

 

Du willst deinen Hund führen lernen? Fang bei dir an!

Geh mutig und klar deinen Weg!

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.

3 Comments

  1. Ja, Anna. Du hast recht. „Hund“ gibt es nicht auf Rezept. Mit Hund ist wie eine Arznei (siehe Duden : (Erfahrung, Lehre) Und genauso weiter!
    Ilona

  2. Ist schon ein bisschen traurig, wenn der Hund lediglich als Kompensation für etwas benötigt wird. Sagt aber auch viel über die Welt aus in der wir leben …

Comments are closed.