… ein Ende in Sicht haben.

Im Dezember gehen viele Dinge zu Ende. Draußen wird es abends immer dunkler. Die Natur beendet einen Lebenszyklus. Unser Jahr endet am letzten Tag des Monats. Auch bei meiner Arbeit hieß es vergangene Woche Abschied nehmen. Ein Projekt ging zu Ende. Die Gruppe der Teilnehmenden feierte ihren letzten Tag in dieser Zusammensetzung. Mit meinen Kolleginnen werde ich in dieser Form auch nicht mehr zusammenarbeiten. Klingt nach Abschied, klingt traurig. Und das war es auch.

Gegen Ende eines Projektes passiert auch oft etwas sehr Schönes und Motivierendes …

Hast du das auch schon beobachtet? Du machst eine Fortbildung oder eine Reise, auch wenn es schwierig war oder konfliktreich, gegen Ende beruhigt sich die Gruppe. Die letzte Phase schweißt irgendwie zusammen. Du erkennst das Besondere und lernst das Erlebte mehr schätzen. Diese Stimmung lässt dich zur Höchstform auflaufen. Vieles geht leichter von der Hand und die Motivation ist auf einmal da, weil ein Ende in Sicht kommt. Sobald du weißt, es dauert nicht ewig, sondern geht vorbei, wird es leichter zu (er-)tragen 😉 Noch leichter wird es, wenn wir den Zeitpunkt kennen, an welchem die Belastung, die Anstrengung ein Ende hat.

Ein Ende in Sicht haben = deine Kräfte aktivieren

Gestern waren wir mit einem Hunderudel spazieren. Einer Hündin war es nicht so wohl, ihre Besitzerin hatte nicht mitkommen können. Fly trottete manchmal mit weitem Abstand hinter uns her. Doch als wir auf dem Rückweg zum Auto waren, lief sie auf einmal bei uns und sogar ein Stück vorne. Ich bin mir sicher, sie spürte, dass es nach Hause ging.

Genauso wie Fly es im Gespür hatte, an welcher Stelle der Wendepunkt kam und auf dem letzten Stück wieder Gas geben konnte, so gibt es auch in deinem Leben diese Wendepunkte, an denen du statt hinterher wieder nach vorne kommen und angezogen von einem Zielpunkt deine Kräfte aktivieren kannst.

[pullquote]Übrigens ist heute am 22.12.2014 Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag im Jahr. Danach wird es wieder heller. Die dunkle Jahreszeit hat damit ein Ende und es wird wieder langsam heller. Was für ein schöner Moment.[/pullquote]

Ist ein Ende in Sichtweite und du weißt, die Zeit ist begrenzt, kannst du dich leichter motivieren,

  • weil du dir deine Kräfte besser einteilen kannst
  • weil du vielleicht unangenehme Dinge nur noch ein-, zwei oder dreimal machen musst
  • weil du neuen Mut schöpfen kannst, dass danach etwas Neues und Gutes kommt

Geht eine (Lebens-) Phase zu Ende, nimmst du auch deine Stärke wahr, die dir geholfen hat, da durchzugehen. Am Ende einer langen Wandertour, freust du dich, dass du es bald geschafft hast. Dein Zuhause, dein Ziel ist schon in Sicht beschäftigst du dich in Gedanken nicht länger mit der Anstrengung, sondern mit der Planung der (Sieges-)Feier. Und das Ende einer Etappe ist immer ein Anlass zu feiern.

Auf welche Etappen blickst du am Ende diesen Jahres zurück? Was lässt dich dankbar innehalten? Worüber bist du aber auch froh, dass es auch vorbei ist?

Probier es mal aus: Ein neues Ritual zum Jahresende

Vor Jahren habe ich mit einer Freundin ein Ritual zu Silvester begonnen. Wir treffen uns zwischen den Jahren und schreiben Briefe an uns selbst. Die Briefe werden verschlossen und erst wieder zu Silvester im nächsten Jahr geöffnet. Das ist eine spannende Sache. Wenn du – das Ende in Sicht – auf 2014 blickst, erscheint dir möglicherweise vieles in einem neuen Licht. Probier es doch mal aus!

 

Bis bald und immer dran denken: Geh mutig und klar deinen Weg!

 

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.