Der Hund – Die Lösung aller Probleme?

Hunde können viel leisten. Das ist keine Frage. Sie sind uns Freund, Begleiter, Sozialpartner und immer eine gute Gesellschaft. Doch eines sind sie nicht:

Die Lösung unserer Probleme!

Manche Hunde werden angeschafft in der (unbewussten) Erwartung, sie würden es schon richten. Es gibt so viele schöne, herzerwärmende Zitate und Weisheiten, die man auf den ersten Blick so deuten könnte:

Wenn nur ein Hund da ist, dann

  • wirst du dich selbst besser verstehen
  • wirst du nicht mehr einsam sein
  • wird deine Beziehung zu deinem Mann/ deiner Frau besser
  • haben deine Kinder eine Beschäftigung
  • wirst du wahrgenommen und anerkannt werden
  • wirst du weniger arbeiten
  • wirst du dir endlich Zeit für dich nehmen
  • wirst du mehr Sport machen
  • wird sich der Stress reduzieren
  • wird dein Leben ein besseres sein

Ach, das wäre einfach zu schön 😉

Ich muss dich leider enttäuschen. Nicht alles wird sich ändern. Es wird unter Umständen sogar noch schlimmer werden, weil dein Hund unter diesem Druck sagen wir mal sich „auffällig“ verhält und im schlimmsten Fall sogar krank wird. In der systemischen Therapie sagt man, er wird zum Symptomträger und damit zum Symbol für das Thema des Systems.

Was Hunde können..

Mit einem, zwei oder auch drei Hunden wirst du viel zu tun haben, aber nicht drum herum kommen, Verantwortung für dein Leben zu übernehmen und deine Themen anzugehen. Hunde sind wundervolle Tiere. Sie können zwar nicht deine Probleme lösen, aber sie können

  • dir einen Spiegel vorhalten
  • deine wunden Punkte offenlegen
  • deine Bedürfnisse repräsentieren
  • dir einen Hinweis auf deine Ziele geben

Dein Hund kann dich dabei motivieren, dir selbst auf die Spur zu kommen. Das ist schon ganz schön viel! Schwierigen Momente mit deinem Vierbeiner sind eine wunderbare Gelegenheit, etwas für dich zu tun. Die oben erwähnten Zitate und Weisheiten schöpfen aus diesem Erfahrungsschatz.

Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.

(Hildegard von Bingen)

Ich bin überzeugt, dass das, was dein Hund von dir fordert, dich persönlich weiterbringt!

 

Was könntest du für dich tun?

Auf was könnte dich dein Hund hinweisen?

Bis bald und immer dran denken: Geh mutig und klar deinen Weg!

Unterschrift

 

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.

8 Comments

  1. Hi Anna,
    wieder mal ein sehr schöner Blogbeitrag von dir! Ich denke, dass du da einen „wunden“ Punkt in unserer Gesellschaft angesprochen hast. Viele Menschen kommen auf den Hund, weil sie hoffen, dass er die Lösung für alle Probleme ist. Dass das nicht gutgehen kann, liegt meiner Meinung nach auf der Hand. Und du hast es ja auch geschrieben. Dennoch sehe ich es ganz genauso wie du: Hunde halten uns erbarmungslos, und das meine ich durchaus positiv, den Spielgel vor und helfen uns damit, an uns zu arbeiten. Vorausgesetzt wir sind so sensibel und erkennen ihre Zeichen.
    Liebe Grüße
    Silvana

    • Hi Silvana, leider sollen Hunde manchmal Dinge lösen, zu welchen sie nicht im Stande sind. Aber wie du sagst, dadurch dass sie dann da sind und zu uns halten, können sie ihre Menschen fordern, an sich zu arbeiten. Denn die Beziehung zum Hund ist ein großer Schatz, der zu Dingen motiviert, die man für sich selber vielleicht so ganz von allein nicht tun würde 😉 Ganz lieben Dank für deinen Kommentar <3

  2. Liebe Anna, ja und nein. Natürlich ist ein Hund kein Problemlöser und sollte nie aus diesem Grund angeschafft werden. Doch wenn einem ein Hund ins Herz springt dann ist dieser Hund richtig. Wenn er sich dann als „schwierig“ erweist zeigt das doch nur den Weg auf den der Hundemensch gehen soll. Wenn der Hundemensch das dann tut kommt er in die richtige Spur….. Ich weiß auch daß das nicht immer leicht ist………
    Liebe Grüße
    Rosemarie
    P.S. Wenn ich mal ganz viel Mut habe schreibe ich in meinem Blog wie Grizzly mir jeden Tag Lebensmut gegeben hat.

  3. Ein wirklich schöner Beitrag. Die Anschaffung eines Hundes ist ein großes Abenteuer. Ich wollte einen Hund für mein Training haben und habe nun den tollsten Hund, der leider chronisch krank ist. Trainiert habe ich seit der Anschaffung von Socke nicht meht und ich vermisse es nicht. Ich liebe Socke über alles und bin dankbar sie zu haben, denn sie fordert ich und bringt mich kräftemäßig durchaus an meine Grenzen. Die Bereitschaft den Hund so anzunehmen wie er ist und mit ihm zu wachsen und den Weg gemeinsam zu gehen, mit allen Steigungen und Unwegsamkeiten sollte die einzige Motivation zur Anschaffung eines Hundes zu sei.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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