Das Geheimnis einer wundervollen Freundschaft

Meine liebe Freundin wandert in wenigen Tagen nach Amerika aus. Sie ist ein wichtiger Mensch in meinem Leben. Natürlich hat sie auch einen Hund – der übrigens mit auswandern wird. Über die Hunde sind wir uns auch begegnet und obwohl die beiden sich anfangs nicht sonderlich verstanden, wir verstanden uns prima. Ich hatte ihr eines Tages davon erzählt, dass ich davon träumte, eine Alpenüberquerung mit Hund zu machen. Eine Woche später hatte sie sich zu einem Workshop bei eben diesen Leuten angemeldet, die das anboten. Meine schüchterne Anfrage, ob ich mitfahren dürfe, quittierte sie wie selbstverständlich: „Na klar!“

Mit ihr zusammen konnte ich ich selbst sein.

Eigentlich dachte ich immer, die Alpenüberquerung wäre der Wendepunkt für Cosmo und mich gewesen, dabei war es die Begegnung mit ihr, die mich überhaupt auf diesen Weg brachte. Mit ihr zusammen öffneten sich immer wieder neue Räume. Obwohl sie um meine Grenzen wusste: Sie drängte mich zu nichts und überredete mich nicht. Sie musste überhaupt nichts Spezielles sagen oder tun. Sie ließ mich einfach sein, mit all dem, wer, was und wie ich bin und plötzlich konnte ich es auch: Ich selbst sein.

Das ist das Geheimnis: Immer dann, wenn du spürst, dass du wirklich du selbst sein darfst, wächst du ein Stückchen über dich hinaus und es öffnen sich neue Räume.

 

Wir sind am Ende tatsächlich mit den Hunden über die Alpen gewandert und der Moment, wie wir alle an einem Gipfelkreuz stehen, den habe ich auch innerlich abfotografiert und jederzeit bei mir. Das ist das Bild, das mir zeigt: In mir steckt noch viel mehr, als ich denke.

Ist der Abschied das Ende?

Ich weiß noch ganz genau, als sie mir das erste Mal am Telefon von ihrem Auswanderungsvorhaben erzählte. Das ist etwas mehr als zwei Jahre her. In diesem Moment war ich total geschockt und mir schossen direkt die Tränen in die Augen. Dabei bewunderte ich sie für ihren Mut, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Aber ihre Ankündigung verstand ich als Vorbotin eines traurigen Abschieds und das Ende einer gemeinsamen Zeit. Wir würden uns für mindestens drei Jahre nicht sehen, denn für mich stand fest, dass ich mich nie, nie, niemals in einen Flieger nach Amerika setzen würde. Zehn oder mehr Stunden eingesperrt in einem Flugzeug sein? Allein der Gedanke löste bei mir Panik aus.

Das, was ich für das Ende halte,

ist nur wieder eine Türe zu einem neuen Raum.

Bis mir klar wird: Immer wenn ich denke, jetzt geht es nicht mehr weiter, stehe ich vor einer neuen Entwicklungsaufgabe. Das, was ich für das Ende halte, ist nur wieder eine Türe zu einem neuen Raum. Ich bin frei und darf hindurchgehen mit all dem, wer, was und wie ich bin. Bald werde ich mich in den Flieger setzen und nach Amerika reisen. Diese wundervolle Freundschaft fordert mich einfach dazu heraus.

 

Ich liebe ich es, im Coaching neue Räume für Menschen zu öffnen. Denn ich weiß, sie sind da und wenn ich dich sehen kann, mit all dem, wer, was und wie du bist, dann kannst du es am Ende auch.

Geh mutig und klar deinen Weg!

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.