Bist du der richtige Mensch für deinen Hund?

Besonders wenn ich meine, mich beobachtet jemand, kann es durchaus hin und wieder noch vorkommen, dass ich wie wild auf meinen Hund einrede. Also solltest du mir auf der Straße rund um meine Wohnung bei einem netten Stelldichein mit der Nachbarskatze begegnen, dann hörst du womöglich nicht nur Cosmo wie verrückt jaulen, was in etwa heißt: Lass mich hinterherjagen, bieeeeetttte!!“ Sondern du wirst auch noch Zeuge meiner zugegeben seltsamen Selbstgespräche: „jetztissischonwegschaumahierguckhierlasssiekommweiterwarnurnekatzediekriegstdunichtblödesviehmistschonwiederheyhörauf…“

OMG: Ist diese Frau der richtige Mensch für ihren Hund?

Und weißt du was: Das habe ich mich vor nicht allzu langer Zeit auch oft gefragt. Diese Frage war nach jedem Misserfolg und nach jeder blöden Situation einfach da. Sie hat mich lange gequält. Besonders schmerzlich ist die Vorstellung, dass es jemanden geben könnte, der besser geeignet wäre, meinen Hund nicht nur zu führen, sondern überhaupt zu halten. Diesen Gedanken nachzugehen, fühlt sich an wie richtig fiese Nadelstiche in ganz empfindliche Zonen deines Selbst.

SELBSTZWEIFEL sind seelische Akupunktur der ganz ungesunden Art.

Selbstzweifel bringen dich kein Stück weiter! Und bitte streich diese Frage „Bin ich der richtige Mensch für meinen Hund“ aus deinem Kopf.

Vielleicht denkst du jetzt: ABER es ist doch gut, sich immer wieder mal die Frage zu stellen, ob man auf dem richtigen Weg ist? Ja, das stimmt sicherlich. Immer wieder mal inne zu halten und zu schauen, wo man gerade steht, ist prima. Doch hör auf täglich und nach jedem Misserfolg diese Grundsatzfrage zu stellen.

Hast du schon mal Blumensamen gesät? Natürlich willst du dann die Resultate sehen und schaust jeden Tag nach deinen Pflänzchen. Nur wirst du so schnell nicht viel bemerken und vielleicht sogar zweifeln, ob da überhaupt etwas daraus wird. Lass sie ein paar Tage oder gar Wochen in Ruhe und auf einmal sieht es so aus, als würden sie in die Höhe schießen.

Was ich damit sagen möchte ist: Eine zu häufige Überprüfung bringt gar nicht viel, denn das, wonach du suchst, das ist einfach noch nicht da, weil es sich über einen längeren Zeitraum entwickelt.

Was kannst du also tun, um die aktuellen Zweifel loszuwerden?

1. Kläre das Grundsätzliche: ein für alle mal

Bist du grundsätzlich in der Lage für deinen Hund zu sorgen? Willst du grundsätzlich mit deinem Hund arbeiten. Wenn nicht: Wer kann dir helfen? Was ist zu tun? Mach dir bewusst, dass das Grundsätzliche geklärt ist und dass du die notwendigen Schritte tust.

2. Entscheide dich

Ob du der richtige Mensch für deinen Hund bist, das kannst nur du entscheiden. Kein anderer Mensch kann dir sagen, was für dich richtig ist. Deine Entscheidung ist okay, weil sie für dich okay ist. Triff diese Entscheidung JETZT!

3. Setze ein dickes, fettes Stoppschild

Setze innerlich ein dickes, fettes Stoppschild, wenn diese Frage oder eine andere Grundsatzfrage auftaucht und melde dich von der nachfolgenden Akupunktursitzung ab 😉

Es ist zu Beginn etwas ungewohnt, das Stoppschild zu setzen. Denn, was dann? Wir sind schon so eingefahren, dass es sich seltsam leer anfühlt. Schräg nicht? Doch diese Zweifel haben ja durchaus eine Funktion. Sie schützen uns auch davor, eine Entscheidung zu treffen, die Veränderung bedeutet (positiv wie negativ). Wenn du nicht mehr zweifelst, sondern mutig und klar deinen Weg gehst, dann handelst du und kommst in Bewegung. Das verändert dich!

Diese Frage nicht mehr zu denken, das war schon ein hartes Stück Training für mich. Doch es dauerte gar nicht so lange bis plötzlich etwas Unerwartetes geschah: Nach einer blöden Situation kam ich nach Hause und eigentlich wäre nun der Moment gewesen, zu heulen und wie immer diese Grundsatzfrage aufzurollen. Aber was passierte? Nichts. Ich war selbst etwas irritiert, dass ich mich neutral fühlte; nicht ärgerlich, nicht sauer, nicht genervt; keine Grundsatzfrage, keine Akupunktursitzung.

Cosmo war auch erstaunt. Er muss das irgendwie gespürt haben. Naja, für ihn war das sicher mal was anderes, denn ich habe die Leine in Ruhe aufgehängt nicht hingepfeffert; nicht noch weiter mit ihm geschimpft. Dafür habe ich ihn ohne Groll zu mir nehmen können und gesagt: „Das können wir besser, aber für heute war es schon gut!“

Manchmal treten wir auf der Stelle, weil Selbstzweifel uns blockieren. Sie sind gar nicht so leicht zu erkennen. Diese Frage, ob ich der richtige Mensch für meinen Hund bin, ist (m)eine Variante. Wie lautet deine empfindliche Stelle?

Kommentiere oder schreibe mir eine E-Mail. Ich freue mich auf deine Geschichte.

Bis bald und immer dran denken: Geh mutig und klar deinen Weg!

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit und Entwicklung. Sie hilft dir, genau der richtige Mensch für deinen Hund zu sein.

2 Comments

  1. Hi Anna,
    einen spannenden Blog hast Du hier. Interessantes Thema! Ich komme öfter mal vorbei 😉

    VG,
    Mieke

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