… aus Fehlern deine eigenen Schlüsse ziehen.

Kennst du den Spruch: „Man muss aus Fehlern nur die richtigen Schlüsse ziehen?“

Ich mag diese Teilung in Richtig und Falsch nicht. Da steckt wieder die Annahme dahinter, es gibt nur ein Richtig und ein Falsch. Das stimmt definitiv nicht! Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß und auch im Umgang mit Fehlern gibt es nicht die eine Lösung. Daher soll es heute darum gehen, wie du deine eigenen Schlüsse ziehen kannst und einen für dich sinnvollen Umgang mit Fehlern finden kannst.

Fehler machen fühlt sich gar nicht gut an. Wenn du merkst, dass etwas schief gelaufen ist und dass es mit dir zu tun hatte, kann es sein, dass sich ein großes Loch auftut, du den Boden unter den Füßen verlierst und du meinst zu fallen. Unangenehme Gefühle im Zusammenhang mit Fehlern können Ärger, Wut, Zorn, Schuldgefühle und Selbstzweifel sein. Manchmal treten sie alleine auf, gerne auch in Kombination 😥

Wenn du ein sensibler Mensch bist, der darauf bedacht ist, es richtig zu machen und sehr weit voraus und für andere mitdenkt, dann stellst du vielleicht sogar alles in Frage und beginnst an dir zu zweifeln. Schließlich werden „Fehlergefühle“ zu Stolpersteinen und behindern dich dabei, deinen eigenen Weg zu gehen.

Was steckt hinter diesen Fehlergefühlen?

In Dingen, die dir nicht weiter wichtig sind, kannst du sicher besser mit Fehlern umgehen. Doch wenn du mit Hunden arbeitest oder ein anderes Herzensthema hast, dann weißt du, wie empfindlich man da ist. Das, was weh tut, ist die Bewertung, die dahinter steckt. Und zwar eine negative Bewertung oder auch Abwertung der eigenen Person. Es macht dabei keinen Unterscheid, ob du dich selbst abwertest oder aus den Aussagen der anderen die Kritik heraushörst.

Die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, ist schon ein großes Projekt. Wenn dann Dinge schief laufen, sich etwa eine Leinenaggression einstellt, dein Hund zu anderen Hunden ungewollt hinrennt, im Wald jagen geht, usw. und du dann noch von anderen die eigenen Fehler aufs Butterbrot geschmiert bekommst, na dann ist der Frust groß.

Gleiches gilt auch für die Momente, in denen deine Kunden, deine KollegInnen oder dein/e ChefIn dich kritisieren und auf Fehler hinweisen. Ob du nun angestellt bist oder auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Wer seinen Job gut machen will, für den sind auch diese Momente schwierig.

Im Bemühen, an unerwünschtem Verhalten bei Hunden etwas zu ändern, passieren immer wieder Fehler. Auch im Job, wenn du dich auf unbekanntes Terrain wagst und etwas Neues versuchst, kommt es unvermeidlich dazu. Wichtig ist, wie du mit dir in diesen Momenten umgehst.

Wie kannst du aus Fehlern deine eigenen Schlüsse ziehen und deine Motivation wiederfinden?

Einen Fehler zu machen, bedeutet in erster Linie, dass eine Erwartung oder Anforderung (noch) nicht erfüllt ist. Doch hinter den bedrohlichen Fehlergefühlen stecken tief verankerte Überzeugungen, dass etwas Schlimmes passiert, wenn wir nicht nach ihnen handeln oder ihnen nicht entsprechen. Solche Überzeugungen können bspw. sein

„ich muss es auf eine bestimmte Art und Weise machen“ „wenn man etwas macht, dann richtig“ „ich muss es perfekt machen“ (…)

Kennst du deine Überzeugung im Hinblick auf Fehler? Hör mal in dich hinein, welcher Satz hat sich bei dir eingebrannt.

Uns selbst gegenüber sind wir oft strenger als mit FreundInnen oder KollegInnen. Stell dir vor, eine gute Freundin hat einen Fehler begangen. Wie würdest du reagieren? Kannst du mit dir selbst auch entsprechend umgehen?

Vier Schritte, um aus Fehlern deine eigenen Schlüsse zu ziehen

1. Was ist Sache?

Fehler bedeuten nicht, dass du als ganze Person unfähig oder sonstwas bist. Du hast Mist gebaut, okay. Beschreibe den Fehler so sachlich wie möglich und trenne dabei zwischen deinem Verhalten und dir als Person.

2. Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen oder lässt sich der Fehler beheben?

In den meisten Fällen, kannst du den Fehler beheben oder zumindest den Schaden begrenzen. Wichtig ist, dass du ins Handeln kommst, z. B. dem Kunden signalisierst, dass du an der Lösung arbeitest.

3. Was wirst du zukünftig tun?

Jetzt hast du den Fehler sachlich betrachtet und schon etwas in die Richtung einer Lösung unternommen. Dann wird es nun Zeit, ihm eine Bedeutung geben. Welche Schlüsse möchtest du ziehen? In welchem Punkt bringt dich dieser Fehler sogar weiter?

4. Mach weiter!

Lass nicht zu, dass dich der Fehler davon abhält, an deinem Ziel zu arbeiten. Gib dir die Erlaubnis, dass du Fehler machen darfst. Du darfst es so machen, wie du möchtest und mutig weitergehen.

 

Fehler passieren, auch wenn wir uns noch so viele Gedanken zur Fehlervermeidung machen. Es ist gut, dass wir durch sie ab und ins Nachdenken kommen, langsamer machen und ein bisschen vorsichtiger an eine Sache herangehen. Lass dich durch Fehler nicht von deinem Weg abbringen. Fehler sind gar nicht so bedrohlich wie sie im ersten Moment scheinen. Im besten Fall stellt sich hinterher heraus, dass genau der vermeintliche Fehler zu einer Verbesserung geführt hat. Es sind Hinweise und du entscheidest, wie du damit umgehen wirst.

 

Bis bald und immer dran denken: Geh mutig und klar deinen Weg!

Anna Meißner ist Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung. Sie hilft Menschen, sich selbst auf die Spur zu kommen, um mutig und klar ihren Weg zu gehen.