Kommunikation in Sozialen Medien ist fehleranfällig. Besonders auf Facebook und noch dazu, wenn es um den Hund geht. Da kann man manchmal gar nicht so schnell gucken, wie Diskussionen zu einer vermeintlich sachlichen Frage eskalieren. In diesem Artikel gebe ich dir drei einfach Regeln an die Hand, wie die Kommunikation über den Hund auf Facebook besser gelingt.

Hast du auch schon überlegt, deine Aktivität auf Facebook insbesondere in Hunde-Gruppen zu reduzieren, weil dir die ewigen Anfeindungen auf die Nerven gehen und du keinen Bock mehr hast auf Grundsatzdiskussionen über Hundeernährung oder -training, bei denen jeder nur seine eigene Meinung als Non-Plus-Ultra verkaufen möchte? Hast du ebenfalls die Erfahrung machen müssen, dass deine gutgemeinten Kommentare nicht als hilfreich angenommen, sondern komplett missverstanden wurden? Ich wundere mich, dass das Potential von Facebook gerade in der Hundewelt nicht besser genutzt wird. Nirgendwo sonst habe ich erlebt, wie schnell es passieren kann, dass aus harmlosen Fragen bitterer Ernst wird und sich Menschen bis aufs Blut bekämpfen. Es geht häufig ums Prinzip und darum, Recht zu bekommen. Doch auf diese Weise kommt niemand zu seinem Recht. Im Gegenteil: Am Ende holen sich alle eine blutige Schnauze. Kommunikation kann so wertvoll sein, wenn du verstanden wirst, du dein Gegenüber verstehst und ein wirklicher Austausch stattfindet. Mit diesen drei Regeln gelingt dir die Kommunikation in Sozialen Medien auch bei emotionalen Themen wie dem Hund.

Regel 1: Fass dich kurz!

Kommunikation ist immer mehr als das gesprochene oder geschriebene Wort. Jeder Beitrag oder Kommentar enthält verschiedene Botschaften und kann unterschiedlich ausgelegt werden. Je mehr jemand schreibt, umso fehleranfälliger ist die Kommunikation. Wenn du besser verstanden werden willst, dann überlege dir, was die Essenz dessen ist, was du schreiben willst. Fass dich so kurz wie möglich und mach es konkret. Das ist definitiv mehr Arbeit als einfach runter zu schreiben, was dir durch den Kopf geht, aber es lohnt sich. Du hilfst deinem Gegenüber, wenn du das, was du zu sagen hast, auf den Punkt bringst. Der Wert eines Kommentars bemisst sich nämlich nicht nach Länge und Umfang, sondern nach dem tatsächlichen Inhalt.

Regel Nr. 2: Lass dir Zeit!

Gerade beim Thema Hund können bestimmte Schlagwörter – „vegan“, „BARF“, „Kampfhund“, usw. – schnell zur Eskalation führen, weil Menschen darauf emotional reagieren. Selbst Worte wie „professionell“ oder „respektvoll“ haben schon zu unangebrachten Kommentaren geführt, die gar nichts mit dem Thema des Threads zu tun hatten. Das kommt daher, dass diese Worte uns „triggern“ (= einen Impuls geben, der ein bestimmtes Muster ablaufen lässt), weil das Thema etwas mit uns zu tun hat und wir bestimmte Erfahrungen gemacht haben. Wenn du merkst, dass dich eine Frage oder ein Kommentar ärgert oder sogar wütend macht, dann lass dir Zeit und antworte nicht oder zumindest nicht sofort. Du wirst sehen, wenn du den Kommentar mit etwas zeitlichem Abstand noch einmal liest, verändert sich die Bedeutung und du kannst gelassener reagieren.

Regel Nr. 3: Frag nach!

Eines der größten Kommunikationsprobleme ist, dass wir lesen bzw. hören, um zu antworten und nicht um zu verstehen. Kommunikation im Internet scheint einfach und verleitet zu voreiligen Schlüssen. Viele Missverständnisse lassen sich vermeiden, indem du nachfragst, ob du dein Gegenüber richtig verstanden hast. Fragen kostet nichts. Auch wenn das umständlich klingt, es verbessert die Kommunikation ungemein und verkürzt am Ende sogar den Dialog, weil man unnötige Schleifen verhindert. Du sparst Energie und Zeit. Gleichzeitig signalisierst du mit deiner Frage, dass es dir um den anderen geht und du wirklich auf ihn eingehen möchtest. Das ist ein Ausdruck von Wertschätzung.

Soziale Medien sind wie ein Brennglas, unter dem menschliche Kommunikationsprobleme noch sichtbarer werden. Denn Kommunikation ist nicht so einfach, wie wir oft meinen und Verstehen ein großes Wunder. Gerade dann wenn uns nur die Schrift zur Verfügung steht und andere Kanäle, wie Mimik, Gestik und Tonlage fehlen. In Facebook-Gruppen wie Der Hund als Berufung tummeln sich so viele tolle Leute, die sich vernetzen und austauschen wollen, die gerne helfen und ihr Wissen weitergeben möchten. Wenn wir uns immer wieder vor Augen führen, was wir selbst für eine gelingende Kommunikation tun können, dann können wir dieses Potential auch (noch) besser nutzen.

Welche Erfahrungen hast du auf Facebook gemacht?